Welche Studie man auch herauszieht, sie sagen immer dasselbe: Die Deutschen sind unzufrieden mit ihren Jobs. Schlechtes Arbeitsklima, keine Bestätigung, wenig Möglichkeiten, sich einzubringen, oder unfaire Vergütung – die Gründe sind vielfältig. Deshalb sind auch viele Arbeitnehmer*innen grundsätzlich bereit, den Job zu wechseln. Aber kann das die Lösung sein? Nicht immer. Karriereberaterin und Coach Ragnhild Struss zeigt in ihrem Ratgeber „Job Crafting“, wie wir aus dem Job, den wir haben, den Job machen, den wir uns wünschen. 

Welches Fünkchen fehlt zum beruflichen Glück?

„Die Lösung des Problems ist weder Resignation noch ein unreflektierter Jobwechsel“, so die Autorin, „sie liegt an anderer Stelle, und zwar in unserem Inneren: Im Glauben daran, Einfluss auf unsere Lebensumstände nehmen zu können, in der Selbsterkenntnis, unserer Einstellung und dem eigenverantwortlichen Einwirken auf die Arbeit.“

Denn oftmals ist gar nicht der ganze Job schlecht. Arbeitszufriedenheit besteht aus vielen einzelnen Komponenten und beginnt bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes und der Bürogestaltung, geht über das Arbeitsklima und die Kommunikation hin bis zu Möglichkeiten der Mitgestaltung des Unternehmens. Wenn es also nur in einem der Bereiche hakt, kann es die Mühe wert sein, zu schauen, was sich bewegen lässt. Job Crafting verfolgt genau diese Idee, selbst Einfluss zu nehmen und für sich herauszufinden, wie sich das Arbeitsumfeld angenehmer und den eigenen Bedürfnissen entsprechend verändern und gestalten lässt. „Die Kernidee ist, dass jede*r Einzelne kleine Anpassungen am eigenen Job vornehmen kann, um die Arbeit optimal auf die eigene Persönlichkeit abzustimmen“, so Struss. 

Mit kleinen Veränderungen zu großer Wirkung

In ihrem Ratgeber zeigt die Karriere-Coach, wie eine Standortanalyse funktioniert: Wo stehe ich in meinem Job und was macht mich so unzufrieden? Im zweiten Schritt erforschen Job Crafter*innen, welche Ansprüche sie an ihren Traumjob haben und was es braucht, um gut zu arbeiten. Anschließend können diese beiden Analysen übereinandergelegt werden, um zu erkennen, woran es aktuell mangelt. Und dann geht es an die eigentliche Arbeit.

Je nach Ausgangslage können Angestellte selbst Veränderungen vornehmen, um das Arbeitsumfeld zu verbessern. Für ein besseres Miteinander könnten Kolleg*innen einmal wöchentlich gemeinsam Mittagessen gehen. Für eine angenehmere Arbeitsumgebung kann das Büro mit ansprechenden Wandbildern oder Pflanzen aufgewertet werden. Andere Veränderungen müssen mit der Geschäftsleitung verhandelt werden. Auch für die strategische Herangehensweise an solche Vorhaben hat Ragnhild Struss Tipps, zeigt aber auch die Grenzen auf. Denn: Eine Organisation können Job Crafter*innen nicht verändern, sondern nur ihre eigene Haltung.

Roter-Reiter-Fazit

Ragnhild Struss ist es gelungen, einen Ratgeber für alle zu schreiben, die ihren Job nur „so naja“ finden und wissen möchten, wie sie daraus einen „oh, ja!“-Job kreieren können. 

Ragnhild Struss: Wie Sie mit Job Crafting Ihre Arbeit wieder lieben lernen
GABAL GmbH, 2023
200 Seiten, 25 Euro

ISBN 978-3-96739-161-9

Jetzt auf managemenbuch.de bestellen.